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Eine vergessene Heldin der Geschichte: Vortrag über Emilie Schindler am KvC

Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste" ist weithin bekannt und thematisiert die drittgrößte Rettungsaktion von 1200 Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. Welchen Anteil Oskar Schindlers Frau Emilie an den Geschehnissen hatte, ist jedoch fast in Vergessenheit geraten.

Um dies zu ändern, kam Prof. Dr. Erika Rosenberg-Band aus Argentinien am Donnerstag, den 16. Oktober zu den Schülerinnen und Schülern der 10a, b und d des Karl-von-Closen-Gymnasiums. Ermöglicht wurde dieser Vortrag, der den Geschichtsunterricht der Jugendlichen um einen neuen Aspekt bereicherte, durch die Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Regensburg.

Keno Burmester (links) von der Friedrich-Ebert-Stiftung, Prof. Dr. Erika Rosenberg-Band und Ehemann

Die Referentin berichtete den interessierten Zuhörern von ihrer besten Freundin Emilie Schindler und las Teile aus der von ihr verfasste Biografie „Ich, Emilie Schindler. Aus den Erinnerungen einer Unbeugsamen" vor. Rosenberg wuchs selbst als Kind jüdischer Immigranten in Argentinien auf, wohin es nach dem 2. Weltkrieg auch die Schindlers verschlagen hatte. Diese kämpften mit Anfangsschwierigkeiten in der neuen Heimat und nach der Rückkehr Oskars nach Deutschland, ging das Ehepaar getrennte Wege. Erst in dieser Zeit lernte Erika Rosenberg Emilie Schindler kennen.

Frau Rosenberg gelang es, die Schüler mit spannenden und sehr persönlichen Geschichten aus dem Leben der Schindlers zu fesseln. Der Einblick in die unterschiedlichen Charaktere Emilie und Oskar war interessant und erzählte die Ereignisse abseits der sachlichen Geschichtsschreibung. Auch die Ehe der Schindlers wurde äußerst differenziert dargestellt: Oskar galt als Lebemann, der seiner Frau einige Seitensprünge zumutete. Abgesehen von diesen persönlichen Charakterzügen war er jedoch – genau wie seine Frau – bereit, ein stattliches Vermögen für die Rettung der „Schindler- Juden" aufzuwenden und große Gefahren auf sich zu nehmen. Hilfreich waren ihm seine Kontakte zur NS- Führungsspitze und vor allem zum KZ- Kommandanten Amon Göth, mit dem er über das Schicksal der Arbeiter verhandelte. Die Schindlers siedelten nach Brünnlitz um, wo sie ihre Arbeiter bis zum Kriegsende beschäftigten, obwohl die neue Fabrik keinen Gewinn mehr abgeworfen hatte. Diese Geschichte wurde, nachdem es zuvor schon zwei Anläufe für eine Verfilmung gegeben hatte, von Steven Spielberg in die Kinos gebracht.

Und natürlich konnte Frau Rosenberg auch die Hintergründe zur Entstehung des Kassenschlagers liefern. So hatte Emilie Schindler – anders als im Film dargestellt – einen weit höheren Anteil an der Rettung der jüdischen Fabrikarbeiter. Und auch die Entstehung der Liste selbst lief anders ab, als das im Film gezeigt worden ist. Diese Ausführungen wurden durch Fotos aus dem privaten Fotoalbum der Schindlers bereichert. Damit öffnete die Referentin den Schülern die Augen, dass ein Spielfilm, der sich mit historischen Inhalten befasst und schwarzweiß ist, nicht unbedingt eine vollständige Abbildung der Vergangenheit sein muss, sondern auch künstlerische Aspekte berücksichtigt, die wenig mit den Fakten zu tun haben.

Wichtig war Frau Prof. Rosenberg auch, an Menschlichkeit und Zivilcourage zu appellieren und den Schülern zu verdeutlichen, dass man nicht immer einen einwandfreien Lebenswandel führen muss, um dann doch Gutes zu tun. Sie legte Wert darauf, Emilies Rolle an dieser denkwürdigen Tat zu betonen und so bekommt die Geschichte von „Schindlers Liste" einen neuen Aspekt. Das Andenken von Emilie Schindler, die in Waldkraiburg beerdigt ist, wird von Prof. Rosenberg bewahrt.

von Julia Wimmer

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 16. November 2014 14:59

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