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Bas Böttcher am KvC

Die Macht der Sprache

Poetry-Slammer Bas Böttcher zu Besuch am Karl-von-Closen-Gymnasium

Ende September 2012 durfte die Oberstufe des Karl-von-Closen-Gymnasiums zum zweiten Mal den Dichter Bas Böttcher begrüßen.

Der gebürtige Bremer gilt als einer der ersten deutschen Slam-Poeten und wurde bereits häufig für seine künstlerische Leistung ausgezeichnet, so erhielt er mehrmals den Poetry-Slam-Preis der Literaturwerkstatt Berlin und verfügt mittlerweile auch über internationale Bekanntheit, wovon zahlreiche Auftritte in Frankreich oder etwa den USA zeugen.

Vom Schulleiter Markus Enghofer als „Meister des Spielens mit der Sprache" begrüßt, beginnt der Slam-Poet mit einem Stück über die „Sprachverwirrung", das „die Gehirne auf Null schalten soll" und im Grunde nur aus scheinbar zusammenhanglos aneinandergereihten Sätzen besteht, wobei Böttcher aber bereits sein großes Sprachgefühl zum Ausdruck bringt. Für den Poetry-Slammer hängen das Verfassen von teilweise für Verwirrung sorgenden, zeitkritischen, und sprachlich anspruchsvollen Texten sowie deren Präsentation vor einem Publikum eng zusammen. So verfügt der Sprachkünstler über ein beeindruckendes dichterisches Talent, aber auch ein großes Rhythmusgefühl und Entertainerqualitäten.Bas Böttcher bezieht sein Publikum in den Auftritt mit ein.

Der sympathische Künstler beweist überdies eine große Nähe zu seinem jungen Publikum, indem er seine Zuhörer auffordert, selbst Themen auszuwählen, über die sie gerne ein Gedicht hören wollen. Schon bald rappt er auf Wunsch eines Schülers über das Internet und verwendet dabei zahlreiche moderne medientechnische Begriffe, die er mit Reimen verbindet und, einem typischen Merkmal des Poetry-Slam, mit der Mehrdeutigkeit von Begriffen spielt. „Das Netz lockt, ich logge mich ein" oder „ich taste mich durch die Tastatur" lauten nur einige amüsante Sprachspiele.

Ein anderes seiner vielzähligen Gedichte, die er ausnahmslos alle mühelos auswendig vorträgt, handelt von der „Macht der Sprache" und hier offenbart Bas Böttcher auch sein philosophisches Talent, so lautet ein Absatz: „Wenn ich denke, ich spreche über die Sprache, dann spricht die Sprache noch mehr über mich – die Macht der Sprache." Eine Besonderheit dieses Stücks ist die Tatsache, dass jede Strophe mit „die Macht der Sprache" endet. Auch hier bindet er die Schüler mit ein und lässt, wie in einem Lehrer-Schüler-Gespräch, diese und ihre eigenen Interpretationen seiner Texte zu Wort kommen. Ein großes Anliegen Böttchers ist es nach eigener Aussage, „Mehrdeutigkeiten zu entdecken". Dementsprechend trägt er ein Stück über den „Punkt" vor, in welchem er zahllose Begriffe, die alle das Nomen „Punkt" enthalten, eingebettet in einen Kontext, aufzählt. Hier kommen „Höhepunkt", „Schlusspunkt", „Anstoßpunkt", „der Punkt am Ende des Satzes" sowie auch „punkt elf Uhr morgens" vor.

Äußerst beeindruckend ist ein weiteres Gedicht, das einige Mehrdeutigkeiten von Begriffen und Redewendungen jeweils am Versende auf äußerst humorvolle Weise aufdeckt. Beispiele hierfür sind Verse wie „Willkommen im Labyrinth von Wegen – von wegen.", „es gehört gar nicht so viel dazu – so viel dazu.", oder „auch mit einem harten Los geht's – los geht's." So gewinnt die gleiche Aneinanderreihung von Begriffen in einem anderen Zusammenhang eine völlig neue Bedeutung. Abschließend erklärt sich Bas Böttcher lächelnd bereit, Fragen der Schüler zu beantworten. Hier erläutert er, wie er überhaupt zu seinem doch sehr außergewöhnlichen Beruf gelangt ist, nämlich aufgrund des Wunsches „seine Gedanken zu teilen", wie auch dem sozialen Aspekt und der Flucht vor Computer und Schreibtisch. Der Künstler beendet seinen auch für die Schüler außergewöhnlichen und begeisternden Auftritt, wovon deren aktives Mitmachen, die gespannte Stille während des Vortrags sowie der tosende Applaus zeugten, mit seinem „kürzesten Liebesgedicht".

Das "kürzeste Liebesgedicht"

von Julia Meidinger

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 23. Dezember 2012 13:31

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