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Pension Schiller - einer spinnt immer

Hier finden Sie die ausführliche Einladung zur Aufführung des Kurses "Theater und Film" als pdf-Datei
und
das Programmheft zur Aufführung als pdf-Datei

Soirée in der Klapsmühle

Theater-AG am Karl-von-Closen-Gymnasium inszeniert die Verwechslungskomödie „Pension Schiller – einer spinnt immer"

Eggenfelden: „Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen" – Mit diesem Verweis auf einen aktuellen Sachbuchtitel leitet OStD Markus Enghofer in seiner Begrüßungsrede treffend auf das Kernthema der diesjährigen Theateraufführung in der Aula des Karl-von-Closen-Gymnasiums über, welche auf der bekannten Verwechslungskomödie „Pension Schöller" von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby basierte.

In der Caféhauskulisse führt Maler Kissling im Beisein von Alfred dessen Onkel Philipp Klapproth bewusst in die Irre(nanstalt)

Der völlig neu zusammengestellte Kurs „Theater und Film" aus insgesamt ca. 40 mitwirkenden Schülerinnen und Schülern der Q11 und Q12 unter der Leitung von StR Simon Schiller präsentierte in zwei aufeinanderfolgenden Abendaufführungen (21. und 22. Juni) die aus dem Jahre 1889 stammende Posse in ihren wesentlichen Grundzügen, wobei allerdings behutsam Text- und Figurenergänzungen vorgenommen worden sind. Mit der leichten Umbenennung des Theaterstücks wollte die Theater-AG nicht nur das zeitlose Kernthema in einem zusätzlichen Untertitel treffend zum Ausdruck bringen, sondern auch die Situation des Kursleiters zu Beginn des Schuljahres in Anbetracht einer derart großen Schauspieltruppe zum Ausdruck bringen.

Nichtsdestotrotz ist die Grundidee, mit der die Rheinländer Carl Laufs und Wilhelm Jacoby  in ihrer „Pension Schöller" die Grenzen zwischen Irrsinn und bürgerlicher Normalität verrückten durchaus noch zeitgemäß: Wahnsinn ist eine Frage der Perspektive. Dies zeigte bereits ein eigens für die Inszenierung vor der Aufführung eingespielter Film, der mit so manchen „Crazy"-Bildern aus dem gegenwärtigen deutschen Verkehrsschilderwald die Zeitlosigkeit des genannten Themas auf ironisch-derbe Art mehr als verdeutlichte.

Ulrike mit Tochter Ida erkennen: „Das ganze Haus voller Geisteskranker!“Sodann folgte in drei etwa gleich langen Akten die im aufstrebenden Berlin um 1900 angesiedelte Geschichte der vermeintlich Irren:

Philipp Klapproth (Leon Gaube), ein unternehmungslustiger Besitzer eines Landguts fernab der Großstadt, will in Berlin mal etwas „Interessantes" erleben, am liebsten eine Soiree mit richtigen Irren; dafür lässt der Provinzler auch gern etwas springen. Sein Neffe Alfred (Manuel Klinnert) braucht dringend Geld für sein Startup-Unternehmen und so präsentieren er und sein Maler-Freund Kissling (Leonhard Bauer) dem reichen Onkel die Gäste der Familienpension Schiller als Irrenhäusler.

Niemand muss sich dafür verstellen, denn einen kleinen Tick oder großen Hau hat jeder zu bieten, was bereits im Ersten Aufzug in einem Berliner Caféhaus deutlich wird. Umgeben von der ein oder anderen normalen Cafebesucherin (Anna Nöbauer, Theresa Mostert, Saskia Eder), schon etwas verrückteren Bedienungen (Julia Rauschegger und Verena Müller), einer Putzhilfe mit Putzfimmel (Nadine Setzer als „Siglinde Ballermann") sowie dem adretten Gast, der sich lange als gepflegte Unterhaltung für den ein oder anderen Cafébesucher anbietet, um schließlich erzürnt die Lokalität zu verlassen (StR Tobias Birchinger) zeigt sich zunächst die Schriftstellerin Josephine Krüger (Julia Meidinger), welche mit Notizblock Lebensgeschichten für den nächsten Kitschroman sammelt und dabei zunächst in einem waschechten Bayern (Victor Gabriel als „Ladislaus von Schönborn") ihr erstes Opfer findet. Fritz Bernhardy (Moritz Fink), der Möchtegern-Großwildjägerähnelt teilweise in seinem Verhalten und Reden den Löwen, die ihm in Afrika vor die Flinte laufen. Eugenie Rümpel (Sandra Ludwig) träumt trotz ihres Sprachfehlers von einer Karriere als „Schauspiener" und „tonnen Ronnen" als König Near und Othenno. Ein polternder Major a.D. (Nico Kaufmann) will sich auf Teufel komm raus duellieren. Klapproth amüsiert sich im Exzentriker-Zoo unter der Leitung der Direktorin Schiller (Viola Richter) selbst wie verrückt; schließlich sind ihm die fixen Ideen von Ruhm und Macht, Exotik und Erotik nicht fremd. Aber als die Pensionsgäste ihm letztlich auch auf seinem Landgut auf den Pelz rücken, allen voran auch Amalie Pfeiffer (Laura von Deym), die um jeden Preis ihre Tochter Friederike (Annalena Fuest) an den Mann bringen will und Verwirrung und Chaos in seinem Haushalt anrichten, ist es mit seinem gemütlichem Voyeurismus vorbei: Die Verrückten aus Berlin fordern unerbittlich ein, was Klapproth ihnen versprach, und das stürzt den Lebemann, zusammen mit seiner Schwester Ulrike Sprosser (Elena Seelentag) und deren Töchter Franziska (Mona Staudinger) und Ida (Tina Heubelhuber) von einer Verlegenheit in die andere, bis sich schließlich alles in Wohlgefallen auflöst und sich die Darsteller letztlich zum Schluss alle einig sind: „Pension Schiller – einer spinnt immer".

Die Verwechslung findet ihr Ende auf dem Landgut der Klapproths

„Unser diesjähriges Stück sollte zwar vordergründig in der bewusst beibehaltenen possenhaften Art und Weise unterhalten, allerdings auch darüber hinaus etwas zum Nachdenken anregen", so der Kurs- und Spielleiter StR Simon Schiller, der weiterhin zur Thematik des Stücks sagte: „Durch die Brille der Vorurteile verschwimmen manchmal auch im Alltag die Grenzen zwischen Realität und Wunschdenken."

Der lang anhaltende Applaus an beiden Abenden sowie die gut besuchten Inszenierungen zeugen davon, dass es dem Regisseur und den Mitgliedern der Theater-AG am Karl-von-Closen-Gymnasium auch dieses Jahr gelungen ist ein gleichermaßen unterhaltsames wie nachwirkendes Stück auf die Bühne zu bringen.

Hier finden Sie weitere Bilder von der Aufführung

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 18. Juli 2012 19:39

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